Maroula Blades

Übersetzung von Xóchil A. Schütz & Martin Jankowski

Mandala

 

I choreograph myself to the situation,
creating maps of inner and outer worlds,
pentagrams, circles, compact shapes,
houses of pure air for the mind to breathe in.
No cages.
Freethinkers and the morally bankrupt are welcome.
No painful extractions from the mind.
I softly go behind, touching the deepness,
the unknown factor
where demons flee the details, the yellow fog.
Meditative art.
Like a battery I work off the positive and the negative,
every shade holds a secret that is pivotal to life.
A dominion of ages,
a universe,
listening to dark and light tones,
easing down the slave lake of life.
I brush away cobwebs from the corners of thoughts,
stored in cryogenic rooms at the base of memory.
Wade in my maternal peace,
paint the joys and the pains,
use the spaces in my sphere; make my body pregnant with colour.
Let the colours bleed, it’s my wish,
as every tint is vast and beautiful,
every line infinite,
climbing frames, leading upwards and outwards.
Where I exist,
freedom has a place to grow, free of a hunched back
to flow brightly back to the source, the light.


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Ich choreographiere mich in die Gegebenheiten,
erschaffe Pläne innerer und äußerer Welten,
Pentagramme, Kreise, kompakte Gebilde,
Häuser aus purer Luft, dass der Geist aufatme.
Keine Käfige.
Freidenkende und moralisch Bankrotte: Sie sind willkommen.
Keine schmerzhaften Extraktionen aus dem Geist.
Sanft trete ich dahinter, berühre die Tiefe,
den unbekannten Faktor,
wo Dämonen die Details fliehen, den gelben Nebel.
Meditative Kunst.
Wie eine Batterie verarbeite ich das Positive und das Negative,
jede Nuance enthält ein Grundgeheimnis des Lebens.
Eine Herrschaft der Zeiten,
ein Universum,
den dunklen und hellen Tönen lauschend
den Sklavensee des Lebens beruhigend.
Ich wische Spinnweben aus den Ecken der Gedanken,
gespeichert in eisigen Kammern auf dem Grund des Gedächtnisses.
Wate in meinen mütterlichen Frieden,
male die Freuden und die Schmerzen,
nutze die Räume in meinem Bereich, schwängere meinen Körper mit Farbe.
Lasst die Farben bluten, es ist mein Wunsch,
denn jeder Farbton ist gewaltig und schön,
jede Linie unendlich,
erklimmt die Rahmen, führt hinauf und hinaus.
Wo ich bin
hat Freiheit einen Platz zu wachsen, ohne gekrümmten Rücken
um gleitend zurückzufließen zur Quelle, zum Licht.