Börsenblase "Establishmentpoesie"

Rattenfängermarketing: Der Festivalkongress #FOKUSLYRIK offenbarte endlich ungewollt die totgeboren aufgedunsene Börsenblase der betriebsblinden Mikroszene "Establishmentpoesie", die durch Preis-/Prestigeklüngel mit selbstkanonisierten Anthologien die Medien seit 20 Jahren hurzt! Das Hauptergebnis der Roundtables auf dem Kongress "Fokus Lyrik" (7.-10.3.2019) war, dass Gegenwartslyrik gezielte Förderstrukturen bräuchte, die ihren spezifischen Produktions- und Rezeptionsbedingungen entsprechen sollen. Aber zumindest die Forderungen 1,3 und 6 ignorieren schon längst vorhandene Potenziale, die ganz selbstverständlich in Projektförderanträgen und selbstkonzipierten Livelyrik-Angeboten berücksichtigt werden können: auditive, performative und digitale Lyrik, allgemeine Anerkennung durch die Kulturpolitik, Förderquote ("Lyrik" als Königsdisziplin der Literatur), Organisationskosten, Unterrichtsmaterial, Vermittlung an Schulen/Universitäten etc pp wird z.B. beispielhaft in Projekten erfüllt wie 2017 bei www.SCHULGEDICHTE.de (Dokumentation des 3.Offlyrikfestivals)

 

... oder bereits in der Poemietour 2001 des Lyrikfestival-Managers selbst, siehe: www.POESIEPÄDAGOGIK.de

 

Exemplarisch sei hier auch die sogenannte "Literaturstadt" Düsseldorf genannt, deren Kulturamt höchstselbst die lokalen Dichter zu didaktischen Zwecken an Schulen vermittelt (vgl. www.Schulgedicht.de). DIE G&GN-KOMMENTIERTEN AUSZÜGE AUS DEN FORDERUNGEN 1,2 und 6 der sog. "Frankfurter Positionen zur Lage und Zukunft der Lyrik", die aus Sicht vom G&GN-INSTITUT (Promoter der "freien" Lyrikszene.de) durch Ignoranz der Eigeninitiativen anderer Mikroszenen all diese real-existenten Potenziale ausblenden, sind hier als Schaubilder gescreenshotet nachlesbar:

 

Ausgebremste & Beleidigte

 

Man liest aus dem Zeitungsartikel von Gregor Dotzauer (im Tagesspiegel vom 12.3.2019) heraus, daß das selbsternannte Poesieestablishment gerne "zeitgenössische Standards" repräsentieren möchte, als hätte es die Kritik der postmodernen Offenheit nie gegeben. Vielleicht sollte für die Schnöselliteratur dann doch eine "Neue Frankfurter Schule" ausgerufen werden, die einen sauberen Forderungskatalog für alle seriösen Stilmittel erarbeitet, um die angeblich "Ausgebremsten" und "Beleidigten" professionell zu stigmatisieren und zu verbieten, letztlich ihre Lyrikbände zu verbrennen! Außerdem hätte diese aufgeblasene Mikroszene dann ihre eigene Schule mit eigenen Lehrern, die den Preisträgerkanon in die Schüler trichtern kann. Ja, meine Damen und Herren Geschworenen, bald "fokussiert" man sich auf eine NEUE BÜCHERVERBRENNUNG, wenn die Tendenz zum Gemüsejammer weiter voranschreitet. Zumindest würde die selbstkanonisierte Kochbuchszene anscheinend gerne in den offiziellen Rang einer grundsubventionierten STAATSLYRIK gehoben werden, was leider das exakte Gegenteil von der Vision eines Subkulturministeriums ist, das im Sinne der KULTURPARTEI die gesamte Bandbreite aller poetotologischen Ansätze förden soll, wobei die Lyrikprotagonisten allerdings aktive Eigeninitiative beweisen müssen.

 

AUSZÜGE AUS DEM ARTIKEL: Nach den Gründungserklärungen, die 2003 mit der Anthologie "Lyrik von jetzt" ihren Ausgang nahmen, hat inzwischen die Phase der Historisierung und der Bilanzierung eingesetzt – und mit ihr der Wunsch nach sozialer Anerkennung. Auch wenn der Festivalkongress am Ende vor allem eine soziale Demonstration war, hätte es der ästhetischen Überzeugungskraft gedient, die Eingeschränktheit der eigenen Auswahl offensiv zu vertreten, statt hinter den vermeintlich repräsentativen Kulissen regional Grummelnde, durch ihr höheres Alter Ausgebremste und von einem anderen stilistischen Ansatz her Beleidigte zurückzulassen.

Gregor Dotzauer, in: Ausritte auf dem Silbenhengst, Nationale Leistungsschau und soziale Demonstration: Eindrücke vom Frankfurter Festivalkongress "Fokus Lyrik", Tagesspiegel 12.3.2019

 

Soapserie "Helden der Lyrikszene"

 

Aus der Soapserie "Helden der Lyrikszene": Was Sie schon immer gerne über JAN WAGNER, BJÖRN KUHLIGK, TOM BRESEMANN, DIRK HÜLSTRUNK und DR.TREZNOK wissen wollten...

 

3.Offlyrikfestival 7.7.2017 in der Pause zwischen Nachmittags- und Abendprogramm (von links): Alexander Nitsche, Tom de Toys, Kai Pohl, Clemens Schittko
3.Offlyrikfestival 7.7.2017 in der Pause zwischen Nachmittags- und Abendprogramm (von links): Alexander Nitsche, Tom de Toys, Kai Pohl, Clemens Schittko